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Kambodscha

Backpacken in Kambodscha – Individuell das Land erleben

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Text: Henrik von Fernweh Koch

Die meisten Backpacker, die Kambodscha besuchen, haben die berühmte Tempelanlage von Angkor bei Siem Reap im Sinn, da sich diese leicht während einer zwei- bis dreitägigen Tour aus Bangkok einrichten lässt.

Dabei ist der Rest von Kambodscha noch ein echter Geheimtipp unter Reisenden, überzeugt das Land doch vor allem durch die wechselvolle Geschichte und die Natur.

Das 181.040 km² große parlamentarische Königreich am Golf von Thailand grenzt an besagten berühmten Nachbarn im Westen, Laos im Norden und Vietnam im Osten.

ankor-wat-backpacker-reisen-asien-südostasien-kambdoschaDie Amtssprache für die ca. 16 Millionen, überwiegend buddhistischen Einwohner ist Khmer, aber auch mit Englisch kommt man an den touristischen Orten gut zurecht.

Das Land hat eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich. Aus der Blütezeit zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert gingen beispielsweise die berühmten Tempel von Angkor Wat hervor.

Wie auch die Nachbarn Laos und Vietnam ging Kambodscha im 19. Jahrhundert in die französische Kolonialherrschaft über und wurde um 1970 auch in den Vietnamkrieg hineingezogen.

Nach dessen Ende kam Kambodscha nicht zur Ruhe, da die Roten Khmer in den Jahren 1975 bis 1979 eine vierjährige Schreckensherrschaft errichteten, die zwischen 1,7 und 2,0 Millionen Menschenleben forderte.

Vor dem Bürgerkrieg und der Schreckensherrschaft der Roten Khmer wies Kambodscha einen der höchsten Lebensstandards Südostasiens auf. Die Folgejahre ruinierten das Land jedoch völlig, wodurch es infolgedessen zu den am wenigsten entwickelten Ländern Asiens zählte.

kambodscha-land-backpacker-reiseWirtschaftsreformen und Hilfen durch die UN machen Kambodscha zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften, auch wenn es immer noch eines der ärmsten Länder Südostasien ist.

Einwohner:

16,01 Millionen

Visa:

30 Tage On Arrival (35$)

Hauptstadt

Phnom Penh

Religion:

90% Buddhisten

Währung

Riel

Fläche:

181.035 km²

Highlights in Kambodscha

Von den Highlights aus der bewegten älteren und jüngeren Geschichte bis zu Touren in den Dschungel um Elefanten zu finden. Backpacker können in Kambodscha viel erleben.

Die bekanntesten oder auch abwechslungsreichsten Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse in Kambodscha sind u.a. folgende:

Elefanten im Dschungel von Mondulkiri sehen

Die Region Mondulkiri befindet sich im Osten von Kambodscha, nahe der Grenze zu Vietnam. Hier hat man die wunderbare Gelegenheit, Elefanten hautnah im Dschungel zu erleben.

Das Schöne daran ist, dass die Elefanten, die vorher als Arbeitselefanten gearbeitet haben, nun in einem großen Reservat leben und diese weder angekettet noch geritten werden. Besucher müssen die Dickhäuter als quasi auf ihrer Tour durch den Dschungel suchen.

Siem Reap und Angkor Wat

Die wahrscheinlich bekannteste Sehenswürdigkeit in Kambodscha. Das etwa 200 km² große Gebiet von Angkor nahe der Stadt Siem Reap umfasst mehr als 1000 Tempel, die bisher entdeckt wurden.

kambodscha-angkor-wat-backpackerDas berühmteste Bauwerk des historischen Khmer-Königreichs zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert ist natürlich Angkor Wat, der größte Tempelkomplex der Welt. Weitere bekannte Bauwerke von Angkor sind u.a. Angkor Thom und Ta Prohm, in dessen von Bäumen eroberten Komplex man sich wie ein Tomb Raider fühlt.

Hier findest du mehr Informationen über Angkor Wat

Geschichte in Phnom Penh erleben

Wer in die Hauptstadt Phnom Penh fährt, sollte sich auf jeden Fall die jüngere Geschichte Kambodschas über die Roten Khme anschauen.

Phnom-Penh-kambodscha-backpacker-asien-reiseBesonders eindrucksvoll ist dies im ehemaligen Gefängns S-21 und den sogenannten Killing Fields von Choeung Ek. Auf letzteren wurden nach Ende der Schreckensherrschaft der Khmer Rouge mehr als 9000 Tote entdeckt.

Nicht nach Sihanoukville fahren

Auch wenn die Stadt im Süden von Kambodscha vor einigen Jahren noch ganz charmant sein mag, lohnt es sich heutzutage nicht mehr dorthin zu fahren. Aktuell hat sich die Stadt in eine staubige, dreckige, chinesische Großbaustelle entwickelt, in der mehr als 50 Casinos gebaut werden und entsprechend viele Hotelburgen. Auch der Strand ist mittlerweile vom Plastikmüll sehr verdreckt.

Koh Rong & Koh Rong Samloem

Die Traumhafte Insel Koh Rong und ihre kleine Schwester Koh Rong Samloem liegen ca 2 Stunden vor Sihanoukville und sind einer der Backpacker-Hotspots in Kambodscha geworden.

koh-rong-backpacker-insel-kambodschaWeißer Sand, blauen Glasklares Wasser, Partys und viele Hostel ziehen jedes Jahr sehr viele Backpacker auf die Insel. Die beiden Inseln sind sehr einfach per Boot von Sihanoukville zu erreichen. Hier findest du mehr Infos über Koh Rong

Koh ta Kiev

Die kleine Insel Koh Ta Kiev liegt südlich von Sihanoukville und ist einer der ursprünglichsten Inseln in Südostasien. Es gibt weder Strom noch Straßen, genau der richtige Ort um einmal total abzuschalten.

koh-ta-kiev-insel-kambodscha-backpackerGeschlafen wird in Baumhäusern und gechillt in Hängematten, für alle die ein bisschen auf „Robinson-Crusoe-Feeling“ stehen ist Koh Ta Kiev genau der richtige Ort. Mehr Infos über Koh Ta Kiev findest du hier

Als Alternative bieten sich aktuell noch die in der Region liegenden Orte Kampot und Kep an, wo sprichwörtlich der Pfeffer wächst.

Welche Jahreszeit ist für die Reise am besten geeignet?

Wie auch in den Nachbarländern kann das Klima in Kambodscha in zwei Jahreszeiten aufgeteilt werden.

Die Regenzeit reicht von April bis Oktober und bedeutet eine höhere Regenwahrscheinlichkeit vor allem in den späteren Nachmittagsstunden und den Abendstunden. Regenzeit in Südostasien bedeutet aber nicht, dass es den ganzen Tag regnet.

Die Trockenzeit geht von November bis März und entspricht damit auch weitestgehend der touristischen Hochsaison.

Backpacker sollten daher für ihre Reiseplanung abwägen, ob sie lieber die trockenere Zeit mit mehr Besuchern bevorzugen, oder lieber einige Regenschauer in Kauf nehmen, dafür aber viele Sehenswürdigkeiten ungestörter besuchen können.

Einreise und Visum für Kambodscha

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für den Besuch in Kambodscha ein Visum.

Für die meisten Backpacker spielt dabei das Touristenvisum die größte Rolle, welches für maximal 30 Tage gültig ist und als Visa on Arrival direkt bei der Ankunft erhältlich ist.

Dieses Visum kostet am Flughafen und den internationalen Grenzübergängen 30 US-Dollar und benötigt zusätzlich einen noch mindestens 6 Monate gültigen Personalausweis mit mindestens einer freien Seite für das Visum. Ein Passbild ist nicht mehr erforderlich.

Das Touristenvisum ermöglicht nur eine einmalige Einreise, kann jedoch einmalig um 30 Tage verlängert werden.

Weitere sehr ausführliche Infos rund um die Visa Möglichkeiten in Kambodscha gibt es hier: https://tripangkor.com/kambodscha/kambodscha-visum/

Essen in Kambodscha

Die Khmer Küche ist vor allem durch ihre Nachbarn beeinflusst, meist jedoch weniger stark gewürzt.

Für Foodies ist es leider nicht ganz einfach, die richtigen kulinarischen Highlights des Landes zu finden, da man leicht den Eindruck gewinnt, dass es überall im Land oft nur Fried Rice oder Fried Noodles mit Gemüse gibt.

Das Nationalgericht der Kambodschaner ist wohl Amok, sehr leckeres Curry, welches mit Kokosmilch zubereitet und oft ein einem Bananenblatt serviert wird.

Ein zweites sehr beliebtes Gericht ist Lok Lak, angebratene Rindfleischstreifen mit Zwiebeln, Knoblauch und einer würzigen Soße.

Wer die Augen und Gaumen offen hält, kann auch das ein oder andere typische Streetfood auf einer längeren Busfahrt entdecken. Als beliebter Reisesnack gelten u.a. Klebreis im Bambusrohr und Pfeffer-Eier am Spieß.

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Infrastruktur in Kambodscha

Die generelle Infrastruktur ist in Kambodscha im Vergleich zu den Nachbarn Thailand und Vietnam eher schlecht.

Dies gilt sowohl für den Verkehr als auch die medizinische Versorgung. Es gibt aktuell noch wenige für Touristen Zugverbindungen (seit 2016 z.B. Sihanoukville – Phnom Penh – Siem Reap), sodass viele Reisende oft auf Inlandsflüge oder Busse ausweichen.

Vor allem für Reisende, die weiter entferne Gegenden besuchen wollen, ist der Bus beste Möglichkeit, zwischen den oben genannten touristischen Zentren von A nach B oder auch in weiter entfernte Regionen wie Mondulkiri zu gelangen

Die Hauptstraßen sind in Kambodscha in einem akzeptablen Zustand. Die Buslinien wurden in den letzten Jahren weiter ausgebaut und es gibt zahlreiche Anbieter, die Fahrten für um die 10€ in Kleinbussen, wie einem Ford Transit anbieten.

Die Tickets können vorab online gebucht werden und es werden feste Sitzplätze vergeben, sodass die Busse nicht überfüllt sind. Eine Fahrt von Mondulkiri nach Siem Reap dauert so beispielsweise etwa 8 Stunden.

Die medizinische Versorgung stellt eine größere Herausforderung dar, da auch in den größeren Städten kaum technisch und qualitativ akzeptable Kliniken vorhanden sind. Bei akuteren Krankheiten oder chirurgischen Eingriffen ist daher eine Fahrt nach Bangkok notwendig.

In den größeren Städten und Touristenzentren finden sich viele Geldautomaten, weshalb es kein Problem ist an Bargeld zu kommen.

Da die kambodschanische Währung Riel immer weiter an Wert verliert und kaum Vertrauen bei den Einheimischen genießt, hat sich der US-Dollar als zweite und fast wichtigere Währung durchgesetzt. Deshalb sollten eher Dollar an ATM gezogen werden.

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Wie sicher ist Kambodscha als Reiseland?

Die Sicherheit in Kambodscha zu beurteilen ist nicht ganz einfach. Durch das sehr niedrige Pro-Kopf-Einkommen und durch das Schreckensregime der Roten Khmer hat sich in den Folgejahren eine organisierte Kriminalität herausgebildet und auch die Regierung gilt als sehr korrupt.

In den letzten Jahren hat sich so einiges getan, sodass sich Touristen heutzutage vor allem vor Taschendiebstählen in acht nehmen sollten. Dies gilt wie überall vor allem an beliebten Orten mit vielen Menschen wie in der Stadt Phnom Penh oder auch der Pub Street in Siem Reap.

Auch die vielen aufdringlich bettelnden Kinder können für Unmut sorgen, da diese auf die Wohltätigkeit von Besuchern abzielen, das Geld aber oft ganz woanders landet.

Der Straßenverkehr stellt wahrscheinlich das größte Sicherheitsrisiko dar. Verkehrsregeln werden oftmals missachtet und viele Fahrzeuge sind in einem schlechten Zustand, weshalb es hier oft zu Unfällen kommt.

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Informationen zu Impfungen:

Das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. empfehlen folgende Impfungen aufzufrischen sofern noch nicht geschehen:

  • Gelbfieberimpfung
  • Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus,
  • bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis

Ein paar Preisbeispiele

Preislich ist Kambodscha oft ein gewisses Wechselbad. Während das Essen, einige Busfahrten und auch die Hotels oft günstig sind, schlagen der Besuch von Sehenswürdigkeiten kräftig zu Buche.

  • Fried Noodles oder Fried Rice – ca. 2 US Dollar
  • Eine Pizza – 5 US Dollar
  • 0,5 Liter Bier in Siem Reap – 0,50 US Dollar
  • Großer Cocktail – 2 US Dollar
  • Bett im Schlafsaal – 2 bis 5 US Dollar
  • Einfaches Hotel – 10-15 US Dollar
  • Busfahrt (6-8h) – ca. 10 bis 12 US-Dollar
  • Eintritt Angkor Wat – 37 US Dollar / Tag
  • Tuk Tuk für einen Tag – 15 US Dollar
  • Bootsfahrt Tonle Sap – 20 US Dollar
  • 2 Tage Dschungeltour zu den Elefanten – 80 US Dollar

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Über den Autor:

Ich bin Henrik und auf meinem Reise- und Foodblog „Fernweh Koch“ dreht sich alles um die Themen Reisen, Essen und Kochen. Als reisebegeisterter Foodie entdecke ich die große Welt in kleinen Portionen und schreibe über Land, Leute und Leckereien. Die passenden Rezepte findet ihr ebenfalls auf meinem Blog https://www.fernweh-koch.de

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